Schallschutzprogramm BER – Anspruchsermittlungen für Anwohner der Südbahn versendet

Informationsveranstaltungen angelaufen – Arbeiten in den restlichen Anspruchsgebieten werden intensiviert

Die Flughafengesellschaft hat die Anspruchsermittlungen für den Schallschutz im Bereich der südlichen Start- und Landebahn (SLB) des BER versendet. Die Eigentümer können somit die erforderlichen Baumaßnahmen beauftragen oder erhalten eine Entschädigungszahlung in Höhe von 30 Prozent des schallschutzbezogenen Verkehrswertes.

Flughafenchef Hartmut Mehdorn: „Wir haben mit unserem Schallschutzprogramm BER an Fahrt aufgenommen. Die Anwohner im Bereich der Südbahn sind mit Anspruchsermittlungen ausgestattet und können sofort mit dem Einbau von Schallschutzmaßnahmen starten.“ Die Flughafengesellschaft hat für rund 3.000 Haushalte Anspruchsermittlungen versendet. Insgesamt liegen über 4.000 Anträge im Tagschutzgebiet rund um die Südbahn vor, davon sind jedoch nicht alle bearbeitbar. So beispielsweise wenn Eigentümer der FBB nicht alle benötigten Unterlagen zur Verfügung stellen oder ihren Mitwirkungspflichten nicht nachkommen, indem z. B. Termine mit den Gutachtern für die schallschutzbezogene Verkehrswertermittlung nicht wahrgenommen bzw. auf einen Termin nach September 2014 verschoben werden. Die FBB weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass Eigentümer damit keine Ansprüche verlieren, eine Bearbeitung durch die FBB bis Ende September jedoch nicht möglich war. Sobald die Bearbeitung möglich ist, wird diese wieder aufgenommen und schnellstmöglich zum Abschluss gebracht.

Wichtige Voraussetzung für die Nordbahnsanierung

Die Flughafengesellschaft hat damit eine wichtige Voraussetzung für die 2015 anstehende Nordbahnsanierung geschaffen. Eine entsprechende Dokumentation wird die Flughafengesellschaft gegenüber der Genehmigungsbehörde vorlegen. Der Start der Sanierungsarbeiten sowie die damit verbundene temporäre Nutzung der BER-Südbahn ist mit Beginn der Sommerflugplanperiode Ende März 2015 vorgesehen. Der Aufsichtsrat hat am 30.06.14 dem Sanierungsvorhaben SLB Nord zugestimmt und die benötigten Finanzmittel bewilligt. Die Beschaffungs- bzw. Vergabeprozesse für die Baumaßnahme sowie die Erfüllung der Auflagen der Gemeinsamen Oberen Luftfahrtbehörde Berlin-Brandenburg, insbesondere Schallschutz, werden aktuell umgesetzt.

Nur wenige Entschädigungsfälle

Bei den Anspruchsermittlungen für die Anwohner im Südbahn-Bereich konnte überwiegend die Erstattung von baulichen Schallschutzmaßnahmen zugesagt werden. Weniger als ein Fünftel aller Anwohner im Bereich der Südbahn erhält eine Entschädigungszahlung. Dies ist deutlich weniger als nach einer ersten groben Schätzung angenommen. Eine Entschädigung wird immer dann gezahlt, wenn die ermittelten Kosten für bauliche Schallschutzmaßnahmen über 30 Prozent des schallschutzbezogenen Verkehrswertes der zu schützenden Immobilie liegen. Die Flughafengesellschaft hatte stets betont, dass soviele Eigentümer wie möglich mit baulichen Schallschutzmaßnahmen ausgestattet werden sollen. Deshalb wirbt die Flughafengesellschaft dafür, dass auch all jene Eigentümer, die eine Entschädigung erhalten, das Geld für die Umsetzung von baulichen Schallschutzmaßnahmen nutzen. Die Eigentümer werden dazu von der Flughafengesellschaft individuell beraten.

Informationsveranstaltungen für Anwohner

Um den direkten Kontakt mit den Eigentümern zu suchen, führt die Flughafengesellschaft Informationsveranstaltungen im Bereich der südlichen Start- und Landebahn durch. Erste Veranstaltungen fanden im September für Anwohner aus Berlin-Schmöckwitz und Blankenfelde statt. Zahlreiche Eigentümer nutzten die Gelegenheit, um mit Ingenieuren, Vertretern von Fachfirmen, Gutachtern und Mitarbeitern des Schallschutzteams ins Gespräch zu kommen. Dabei konnte eine Vielzahl von individuellen Fragen gestellt und beantwortet werden. Weitere Veranstaltungen sind geplant, hierzu werden jeweils mehrere hundert Eigentümer namentlich eingeladen.

Bearbeitung in den restlichen Anspruchsgebieten

Die Flughafengesellschaft wird nun mit der Bearbeitung der Anträge im restlichen Tagschutzgebiet fortfahren und diese in den kommenden Wochen und Monaten abarbeiten. Parallel dazu läuft kontinuierlich die Bearbeitung der Anträge im reinen Nachtschutzgebiet. Für diesen Bereich wurden bereits mehr als 90 Prozent der Unterlagen an die Eigentümer versendet. Ebenso kontinuierlich läuft die Bearbeitung der geltend gemachte Ansprüche auf Außenwohnbereichsentschädigung sowie für Maßnahmen im Bereich der Besonderen Einrichtungen.

Kontakt zum Schallschutzteam

Alle Anwohner, die Fragen zum Schallschutzprogramm oder zum Stand ihrer Antragsbearbeitung haben, können die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Schallschutzteams am Anwohnertelefon erreichen und auch Termine für ein persönliches Gespräch vereinbaren. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Schallschutzteams sind Dienstag bis Donnerstag jeweils von 9.00 Uhr bis 16.00 Uhr unter der Telefonnummer 030 6091-73500 zu erreichen. Ausführliche Informationen sind auch im Nachbarschaftsportal der Flughafengesellschaft zu finden:

http://nachbarn.berlin-airport.de

Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

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7 Kommentare zu Schallschutzprogramm BER – Anspruchsermittlungen für Anwohner der Südbahn versendet

  1. Helmut Mielenz sagt:

    Anfang 2012, nachdem die gesetzlich verbindlichen Flugrouten des BER veröffentlicht worden waren, habe ich sofort einen Antrag auf Schallschutz gestellt.
    In Ihrer Antwort vom 29.2.2012 teilten Sie mir u.a. mit:
    Es „befindet sich Ihr Grundstück außerhalb der Entschädigungs- und Schutzgebiete. D.h., es besteht dem Grunde nach kein Anspruch auf Schallschutzmaßnahmen für Ihr Wohngebäude. …“
    „Die Auswertung der vom BAF verbindlich festgelegten Flugrouten wird noch etwas Zeit in Anspruch nehmen. Wir bitten Sie daher um Geduld. Sollten die Ergebnisse zeigen, dass Sie nunmehr zu den gemäß PFB Anspruchsberechtigten gehören, werden wir uns unaufgefordert wieder mit Ihnen in Verbindung setzen. …“
    Angesichts der aktuellen Veröffentlichungen bitte ich Sie, Ihre Entscheidung zu prüfen.
    Helmut Mielenz
    Fritz-Reuter-Straße 30
    15732 Schulzendorf
    hmielenz [at] web [dot] de

    • Mister BER sagt:

      Sehr geehrter Herr Mielenz,
      habe Ihr Anliegen direkt an den Flughafen weitergeleitet. Hoffe Sie bekommen eine positive Antwort. Wenn ich was höre werde ich Sie Informieren.
      Ein gesundes Neues Jahr
      Mister BER

  2. Hubrich sagt:

    Hallo,
    Mein Grundstück (Doppelhaus vermietet) liegt in Eichwalde – Waldstrasse.
    Ein Schallschutz ist auf Grund der Bauweise (Holzständer mit vielen Folien)
    nicht oder fast unmöglich. Mein Haus fällt unter die 30 % Regelung. Ein Wertgutachten liegt bei ihnen vor.
    Da das Haus Am Ende des Jahres „anschlussfinanziert“ werden muss, möchte ich, um das Risiko zu vermindert, das Geld in den Kredit investieren.
    Gibt es Termine wann dieses Geld nach Eingang der Gutachten ausgezahlten wird bzw werden muss.

    mfg
    Hubrich

    • Mister BER sagt:

      Alle Anwohner, die Fragen zum Schallschutzprogramm oder zum Stand ihrer Antragsbearbeitung haben, können die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Schallschutzteams am Anwohnertelefon erreichen und auch Termine für ein persönliches Gespräch vereinbaren. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Schallschutzteams sind Dienstag bis Donnerstag jeweils von 9.00 Uhr bis 16.00 Uhr unter der Telefonnummer 030 6091-73500 zu erreichen.
      Mfg Mister BER

    • Gerhard gwisdalski sagt:

      Hallo Familie Hubrich, wir haben auch ein Holzhaus mit dem selben Problem. Haben Sie schon erfahren, wie lange es dauert bis zur Auszahlung. Über eine Info würde wir uns sehr freuen. GernE auch über petrasbella [at] yahoo [dot] de l.g Fam gwisdalski

  3. Gerd Sattler sagt:

    per 24.12.2015 (!!) wurden uns duch die FBB GmbH die ermittelten 30% vom schallschutztechnischen Verkehswert unseres Wohnobjektes angeboten. Die Kosten für den jedoch erforderlich notwendig werdenden Schallschutz liegen „deutlich“ (fast das DOPPELTE) über die angebotene “ 30%-tige Einmalzahlung“. Wer trägt in diesem Fall die Mehrkosten ?? Doch sicherlich nicht der Eigentümer !! Wo und wie können die Mehrkosten beantragt werden ???

    freunflichst Fam.Sattler

    • BerH_Adm1 sagt:

      Hallo Herr Sattler,
      habe Ihr Anliegen an die Schallschutzabteilung weitergeleitet. Sie werden sich mit Ihnen in Verbindung setzen. Ich hoffe das es für Sie einen zufriedenen Ausgang gibt.
      Mit besten Grüßen
      Mister BER

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