Siemens investiert 66 Millionen in Ludwigsfelde

Siemens baut nahe Berlin ein neues Brenner-Testzentrum für Gasturbinen.

„Wir investieren 66 Millionen Euro, um die Verbrennungsvorgänge in Gasturbinen in unserem eigenen Zentrum untersuchen und validieren zu können. Das wird uns den Bau noch effizienterer Gaskraftwerke ermöglichen“, sagte Roland Fischer, CEO der Division Fossil Power Generation im Siemens-Sektor Energy. Das Testzentrum soll 2014 in Betrieb gehen. Dazu hat Siemens Real Estate nun ein rund 36.000 Quadratmeter großes Gelände in Ludwigsfelde, etwa 15 Kilometer südlich von Berlin, erworben. Dort wird Siemens voraussichtlich 25 hochqualifizierte Arbeitsplätze neu schaffen.

Das in Ludwigsfelde geplante Testzentrum wird eine wichtige Rolle bei der Neu- und Weiterentwicklung von Siemens-Gasturbinen spielen. „Die Verbrennungsvorgänge im Inneren von Gasturbinen stellen mit Temperaturen von 1.500 Grad Celsius und mehr höchste Anforderungen an die Werkstoffe. Die Verbrennung ist nur eingeschränkt am Computer simulierbar, aber der Schlüssel zu einer noch höheren Effizienz von Gasturbinen“, erklärte Fischer.

„Diese Standortentscheidung ist eine sehr gute Nachricht für Brandenburg. Sie zeigt einmal mehr die Attraktivität der deutschen Hauptstadtregion als Investitionsstandort. Diese Ansiedlung beweist zudem, dass es richtig ist, gemeinsam mit Berlin die Kräfte in länderübergreifenden Wirtschafts-Clustern zu bündeln. Diesen Kurs werden wir konsequent fortsetzen“, sagte Brandenburgs Minister für Wirtschaft und Europaangelegenheiten, Ralf Christoffers. „Das Siemens-Testzentrum ist eine Top-Ansiedlung für die gesamte Hauptstadtregion. Es schafft neue, hochqualifizierte Arbeitsplätze und stärkt die Kompetenz Brandenburgs und Berlins als führende Energietechnik-Region. Gerade in der Turbinen- und Kraftwerkstechnologie verfügt die Region über besondere Stärken. Wenige Monate vor der Eröffnung des nahegelegenen Flughafens Berlin Brandenburg BER ist die Ansiedlung in Ludwigsfelde auch ein erfreuliches Signal für die Anziehungskraft des wirtschaftlichen Umfelds um den künftigen Flughafen“, betonte Steffen Kammradt, Sprecher der Geschäftsführung der ZukunftsAgentur Brandenburg GmbH (ZAB), der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Landes Brandenburg. „Erneut hat sich Siemens für den Standort Ludwigsfelde entschieden. Es freut mich natürlich besonders, wenn wir traditionsreiche und große Unternehmen für unsere Kommune gewinnen können“, erklärte Frank Gerhard,
Bürgermeister von Ludwigsfelde. „Das unterstreicht die Zuversicht in die wachstumsstarke Wirtschaftsregion Ludwigsfelde.“ In direkter Nachbarschaft zum künftigen Brenner-Testzentrum hat Siemens im vergangenen Jahr bereits ein Logistikzentrum für Gasturbinenteile gebaut und in Betrieb genommen.

Die Bedeutung des Standortes Berlin spiegelt sich auch in den jüngsten Investitionen von Siemens Energy wider. Im laufenden Jahr erweiterte und erneuerte das Unternehmen für 17 Millionen Euro das Prüffeld in Berlin-Moabit, in dem komplett montierte Gasturbinen unter Kraftwerksbedingungen getestet werden. Für 13 Millionen Euro wurde dort zudem ein neues Bohrwerk zum Bearbeiten von Gehäuseteilen installiert. Darüber hinaus investierte Siemens im Jahr 2009 am Standort 42 Millionen Euro in eine neue Produktionshalle für Gasturbinen-Schaufeln. Auch im Berliner Schaltanlagenwerk von Siemens, in dem Komponenten für Kraftwerke und Hochspannungsnetze hergestellt werden, werden im Zuge einer Modernisierung derzeit für rund 30 Millionen Euro zwei neue Produktionshallen gebaut.

Hocheffiziente Gasturbinen und GuD-Kraftwerke sind Teil des Siemens-Umweltportfolios, mit dem das Unternehmen im Geschäftsjahr 2011 einen Umsatz von rund 30 Milliarden Euro erzielte. Das macht Siemens zu einem der weltweit größten Anbieter von umweltfreundlicher Technologie. Kunden haben mit entsprechenden Produkten und Lösungen des Unternehmens im selben Zeitraum fast 320 Millionen Tonnen Kohlendioxid (CO2) eingespart, das ist so viel wie Berlin, Delhi, Hongkong, Istanbul, London, New York, Singapur und Tokio in Summe an CO2 jährlich ausstoßen.

Der Siemens-Sektor Energy ist der weltweit führende Anbieter des kompletten Spektrums an Produkten, Dienstleistungen und Lösungen für die Stromerzeugung mit thermischen Kraftwerken und aus erneuerbaren Energiequellen sowie für die Stromübertragung in Netzen und für die Gewinnung, die Verarbeitung und den Transport von Öl und Gas. Im Geschäftsjahr 2011 (30. September) erwirtschaftete der Sektor Energy einen Umsatz von 27,6 Mrd. EUR und erhielt Aufträge in einem Umfang von rund 34,8 Mrd. EUR. Das Ergebnis betrug über 4,1 Mrd. EUR. Im Sektor Energy arbeiteten zum 30. September 2011 über 97.000 Mitarbeiter. 

PM

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2 Antworten zu Siemens investiert 66 Millionen in Ludwigsfelde

  1. Jürgen Lippstedt sagt:

    Super! Diese Nachricht hat mich jetzt doch sehr gefreut!!

    • Oliver Kienapfel sagt:

      Vielen Dank für Ihre Resonanz. Ja, wir haben uns auch über diesen Schritt von Siemens gefreut. Letztlich zeigt es, dass diese Region sich prosperierend antwickeln wird und Arbeitsplätze entstehen. Beste Grüße vom Team ber-heute.de – und bleiben Sie uns treu!

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